Du trittst in die Runde. Ich bin nicht Du, Du bist ein eigenständiges Wesen, das ich kenne, aber nur zum Teil. Wider Erwarten bin nicht ich es, die begutachtet wird für das kommende Jahr und bewertet für das vorangegangene. Da Du zur Zeit noch ein großer Maßstab meines Glücks bist, haben sich die Wesen meiner Stories entschlossen, dich genauer unter die Lupe zu nehmen. Du bist nicht darauf vorbereitet. Es ist dir unangenehm. Du hast nicht erwartet, daß sich mein ganzes Geschütz gegen dich auffährt. Daß alles in Dir offen vor Dir und Mir ausgebreitet wird. Das Gute und das Schlechte. Ich habe das selbst nicht erwartet, es ist mir unangenehm, in dieser Runde zu sitzen, und zu sehen, wie dich meine kleinen Freunde zerlegen, als wärst du ein Stück Fleisch. Ich war der Überzeugung zumindest deine guten Seiten alle zu kennen, aber da gibt es vieles, daß überschattet wurde, von all dem Schlechten der letzten Zeit. Die schönen Seiten in Dir straheln im schönsten Gold, aber es ist überdeckt von einer klebrigen Teerschicht, es kann nicht mehr atmen. Mir fehlt mittlerweile die Kraft danach zu graben. Aber die kleinen Freunde tun es. Die kleinen Freunde sind zeit- und weltlos, sie haben große Herzen. Sie sehen Dich als Mensch, sie wollen mir zeigen, daß es Dich noch gibt, aber sie wollen mir ausreden, daß du mein Glück bist, mir sagen, daß es nach Dir irgndwie anders weitergeht. Weil nicht alle Herzen zur gleichen Zeit miteinander Liebe machen können und daß Wünsche allein nicht ausreichen, daß Tatsachen Tatsachen bleiben, in einer Welt, die nur aus Tatsachen besteht. Mir wird klar, daß das Gute für uns keine Bedeutung mehr hat, weil wir nur mehr gegen das Schlechte kämpfen und meine Schlechtigkeiten zur Gänze an Bedeutung verloren haben. Es geht nur mehr um Dich. Es gibt kein Gemeinsam mehr. Keine Normalität. Keine Gespräche. Ich lasse Dich zur Strafe an nichts mehr Teil haben. Nun prophezeien alle einen Loop. Maphro Daphne sagt laut in die Runde, Du kannst es hören: „Das gute an einem Loop ist, jeder kann aus- und zusteigen, wann immer er oder sie es will, ohne etwas zu verpassen.“ Der alte Mann streichelt meine Katze und sagt: „Kein Wunder das sie heute Nacht nicht spricht, wenn Du Dein Glück so leichtfertig auf’s Spiel setzt.“ Bilbao glaubt zu wissen, daß wir beide einsame Menschen sind und uns in unserer Einsamkeit gefunden haben, aber darüber hinaus noch nichts gewachsen ist. Ich traue mich Dir nicht in die Augen zu sehen, weil ich leide und meine Seele weint. Die kleinen Freunde decken alles auf, aber ich höre nur die Hälfte. Vielleicht geht es Dir genauso, wir könnten uns verbünden, aber wir sind Lichtjahre voneinander entfernt, weil wir beide blossgestellt sind. Was ist das nur für eine schreckliche Nacht, denke ich. Der Reiseleefant tut sein bestes, um die Lage etwas zu retten. Er tritt vor und erzählt Dir von all den Wassergeschichten, die sich in meinen Träumen abspielen. Du beginnst zu weinen und ein großer See überflutet unsere Runde. Nun sind alle still, alle können sehen, das die Träume Wahrheit hatten. Ich weiß, Du weißt, alle wissen, daß wir die Wahrheit oft nicht erkennen oder uns die Wahrheit auch nicht helfen kann, weil die momentane Wahrheit eine ganz andere ist, aus der wir nicht heraus können, eben wie ein Loop. Ich beschließe trotz der Tatsache, daß sich alle hier versammelt haben, für eine Weile abzutauchen. Im Wasser haben wir unser Glück immer noch gesehen, gespürt, gelebt. Am Wasser sind wir entstanden, am Wasser hat alles begonnen. Du bist mein Gefährte, mein Gefährte für dieses Leben der Tatsachen. Ich schwimme zu Dir hin und ziehe Dich runter, Du zögerst, weil Du alles zerstört hast, das glaubst Du, aber alle wissen, daß das nicht nur Du warst, sondern auch die Welt und Du daher nicht alleinige Schuld trägst und deswegen Milde angesagt ist. Wir lieben uns im Wasser, wir lieben das Wasser, wir sprengen alle Grenzen und ich kann Dein Gold strahlen sehen, der ganze Teer ist weg. Plötzlich strahlt auch mein Gold, mein Glück, wir strahlen beide, das Wasser glänzt. Nach einer Weile ist der See ausgetrocknet und wir sitzen im Sand, die kleinen Freunde sind noch nicht weg, allen ist klar, daß diese Nacht Bedeutung hat und doch nicht, Konsequenzen fordert und doch nicht, das Leben es schlecht und gut meint mit uns und es keine Lösung gibt, ausser auszusteigen aus dem Loop. Aber wann wir aussteigen, können nicht einmal die kleinen Freunde bestimmen. Niemand kann das. Nur Du. Yours Fury.

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