Ich sehe was, was du nicht siehst und das bist du, wie du gegen mein Fenster klopfst. Draußen ist es kalt, der Herbst kriecht schon in die Nächte, ein kalter Wind bläst und es regnet. Es ist so kalt, es könnte auch schneien. Du folgst dem Licht, das durch mein Fenster in deine dunkle Nacht leuchtet. Du hast kleine Flügel, die nicht naß werden dürfen, du stirbst, wenn du naß wirst. Deine kleinen Fühler werden vom Regen verkleben. Aber du kannst nicht anders, als gegen das Fenster, immer wieder, weil dich mein Licht anzieht. Ich habe das Fenster geschlossen, vor langer Zeit. Du bist einfach zu spät. Ich werde es heute Nacht nicht für dich öffnen, das Fenster ist zu und bleibt zu. Ich sitze im warmen Trockenen und singe dir das Lied vor und sehe zu, wie du stirbst. Mein Bauch tut weh, meine Muskeln tun weh, meine Zähne, mein Herz zieht sich zusammen, ich kann kaum mehr sehen, ich werde blind und taub und plötzlich fällst du, hinab und bist weg.

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