Das geht ja schnell! Irgendein Weiser hat mir vor langer Zeit einen Ratschlag erteilt, den ich offensichtlich bewußt ignoriere: „Man muss aufpassen, mit dem was man sich wünscht.“ Weil zum Schluß wünscht man sich was, und das tut einen gar nicht gut. Oder man packt den Wunsch nicht. Ich habe also virtuell meine Figuren umgestellt, planlos, wahllos, diese hierhin, diese dahin und schon steht das große Drama vor der Tür. Die Welt verdunkelt sich, es scheint, als würde es nie mehr hell werden. Ich erinnere mich an Einsamkeit. Ich erinnere mich an meine Vorsätze. Ich erinnere mich an meine Wünsche. Ich erinnere mich an meine Zukunftspläne und wie ich sie mit einem Schritt auslöschen könnte und der Weg wäre frei. Ich könnte gehen, ich hätte die Berechtigung dafür. Aber mir scheint dieses Drama wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, eine Warnung, ein geheimer Flüsterrat vom viel zu frühen Herbstwind. Paß auf, du zerstörst dir dein Glück, bleib stark, kämpfe um dein Glück, gib deinem Glück eine Chance. Und wahrhaftig, ich weiß, wie zerbrechlich Glück sein kann, wie schwierig ein Aufstieg, wie schnell der Abstieg geht. Wie schnell ein Unglück tausende Unglücke nach sich zieht! Wie weise es ist, ein Unglück zu verdauen, um dem Schicksal Parole zu bieten! Wie selten das Schicksal die Planeten so stellt, daß wir belohnt werden für unsere Taten. Also laß ich zu, daß es mir schlecht geht. Werde unbegreiflicherweise von meiner Vergangenheit eingeholt, von meiner Ahnung und von meinen größten Ängsten. Verfalle nicht in Panik. Verfalle nicht in Sturheit und Stolz. Bleibe, zittere, bange, warte allein, schreie, sage dumme Sachen, laß die ganze Dummheit raus, pfeife auf meinen Stolz und beharre auf meiner Erfahrung, verstelle mich nicht und lass das Drama vorüberziehen. Und weiß gleichzeitig, daß das Leben nicht naiv sein darf und nur so die gewünschte Inspiration zurückkehren kann, die Wahrheit, der Schmerz, die Ahnung von Verlust, das Grauen, die Einsamkeit. Die Schattenseiten des Glücks. F

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