Dieser Lesebrief erreichte mich gerade noch rechtzeitig auf meiner verschmierten Spur durch die Welt – wie hast du mich gefunden? „Liebe Fury. Aufrichtige Grüsse aus der Ferne. Wie blickst du zurück? Ich muss es wissen und sehne mich nach dir. Dein Verehrtester.“ Also meine Antwort: „Liebster Verehrtester. Ich blicke zurück mit Argwohn und Zufriedenheit in einem. Ich blicke zurück in Unruhe und Sturm und Gewitter. In Trauer und Boshaftigkeit. In Liebe und Vertrauen. In Angst und verschluckten Tränen. In Lügen und Notlügen und verschleierten Worten und Gefühle. In Verspanntheit und zuviel Ernsthaftigkeit. In Lachen und Bauchweh vor Lachen. In auffangenden Armen, immerzu in Notbereitschaft, in Selbständigkeit, Einsamkeit, allzu verschlossene Welt. In Aufbruch und Geschwindigkeit. In seltenen Tagen der Langsamkeit. In Zerstörtheit und Zusammenkunft. In Verlassen, Loslassen, Neubeginn. In Weisheit und Verbortheit und Törrichtigkeit. In Dummheit und enger Stirn und Rache. In Liebe und Alter. In Zweisamkeit. In Ende und Anfang und Ende. In Entscheidungen und in mir. Deine dich vermissende Fury.“ Ich schickte den Brief mit einem schnellen Boten durch den Sonnensturm. Leichtfüssig trabte er davon. Er war der schnellste Bote, der mir zur Verfügung gestellt wurde. Ich schaute im nach, wie er im roten Feuerball verschwand. Ich hoffte inständig, er würde nicht mit dem Rot eins werden. Die Nachricht erreichte die Welt punktgenau. Ich schloss meine Augen und begann zu warten. Auf meinen Lippen lag ein großes Danke an diese meine Erde. F

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