Die Nachbarin von Frau Frohböse kommt ganz aufgeregt um die Ecke gewedelt. Es hat nicht geschneit, aber sie hat trotzdem Skier an. Sie ist ein bißchen komisch. Die Nachbarin kommt also ziemlich genau vor Frau Frohböse zum Stehen und schreit: „Hast du’s schon gehört?“ Frau Frohböse haßt den lauten Ton der Nachbarin. Sie würde ihr das am liebsten endlich sagen, aber sie traut sich nicht. „Nein, was“ schreit sie daher zurück, um den Lautstärkeunterschied auszugelichen. „Die haben wegen dir eine Grundsatzabteilungsschrift vorgelesen, öffentlich!“ „Was?“ Frau Frohböse wird ganz rot im Gesicht, so als käme sie frisch aus der Sauna. „Was?“, schreit sie nochmal, jetzt muss sie sich setzen. Die Nachbarin schnallt sich die Skier ab und macht Abfahrtshocketrockentrainig. Das ist lustig. Trockentraining macht sie ja den ganzen Sommer. „Und du warst nicht einmal dabei! Hoch offiziell wurde alles verlesen, hat ziemlich lange gedauert. Du hast einiges zu tun. Und am Ende steht, du findest einen gewissen Mit Hilfe.“ „Und wozu bitte?“ „Ich weiß nicht, er soll dir wohl zur Seite stehen…“ Frau Frohböse ahnt, woher der Wedelwind weht und verabschiedet sich diskret. „Ich möchte jetzt nach Hause.“ „Ja verkriech dich wieder, bald hat das ein Ende.“ Der Wind weht von allen Richtungen direkt Mitten in ihr Gesicht und sie will das Fenster trotzdem nicht schließen. Im Zimmer bilden Schreibblätter, Zeitungsblätter, Zeichenblätter und Laubblätter ein Durcheinander, das sich gewaschen hat. Frau Frohböse sitzt wie erstarrt und völlig durchgefroren am Fenster und schaut Mitten in den Wind, der ihr ins Gesicht bläst. Sie will und will sich nicht von der einen Hälfte ihres Namens verabschieden. Sie will nicht. Doch andererseits, ihr bleibt nur mehr wenig Zeit. Was die Grundsatzabteilung schreibt, stimmt, ob sie will oder nicht. F

Advertisements