Es stürmt und regnet in mir. Die Bäume, mit ihren Millionen Baumrindenjahren, biegen sich und stemmen sich gegen die windige Seeluft. Die Nacht ist hart und kalt und schwer zu durchbrechen. Ich kämpfe mich langsam vorwärts und denke wie immer, die Zeit arbeitet gegen mich. Also arbeite ich gegen sie, mit meiner ganzen Muskelkraft, sträubt sich meine Seele gegen alles, was auf mich zufliegt. Häuserteile, Besteck, Töpfe, Türme, Fenster, Nahrungsmittel. In der Ferne sehe ich ein schwaches Licht. Absichtlich drehe ich mich und gehe in die Richtung, aus der ich kam. Der Wind bläst mir nun in den Rücken, so sehr, daß ich all meine Bodenständigkeit aufbringen muss, um nicht abzuheben. Ich denke wie immer, die Zeit arbeitet gegen mich, also arbeite ich gegen sie, mit meiner ganzen Muskelkraft, verklebe ich mich mit diesem mir wohlbekannten Boden, Weg, Aufstieg, Abstieg, Rinnsal, Asphalt, Beton. Nichts in dieser Nacht kann mich dazubringen loszulassen. In der Ferne sehe ich eine Klippe. Absichtlich drehe ich mich seitwärts und gehe in die Richtung, aus der ich kam, bevor ich in die Richtung ging, die ich gerade eingeschlagen hatte. Hier bläst ein warmer Sommerwind. Dieser Wind ist mir vertraut, ich könnte ich mich wohl fühlen, aber wie immer arbeitet die Zeit gegen mich, also arbeite ich gegen sie. Für eine raue Nacht mit Rucksack, Zelt, Schlafsack, Thermosocken, Tee, Schaffellschuhe und winddichter Jacke gerüstet, schwitze ich ohne Halt. Der Wind umspielt sanft meine glühenden Backen und mit meiner ganzen Muskelkraft verschließe ich meiner Seele die tropfenden  Schweißporen und perle den tropfenden Schweiß mit aller Härte ab. In der Ferne sehe ich den kühlenden und weiten  Ozean. Mutig und entschlossen und besonders absichtlich wende ich mich in die entgegengesetzte Richtung, aus der ich weder kam, noch in die ich bis jetzt gegangen war. Meine heiße Nasenspitze stupst direkt an eine aalglatte Bergwand. Ich muss kurz stehen bleiben. Verärgert über diesen Stillstand verharre ich, möglicherweise vergehen Urzeiten. Die Zeit nimmt mich freundlich in die Mangel und beschwert sich über mein Mißtrauen. Doch ich bin erschöpft eingeschlafen und höre die zeitlichen Weisheiten nicht. Irgendwann wache ich auf, meine Nase stupst noch immer an der Bergwand an. Die Zeit quasselt unaufhaltsam, doch ich verstehe ihre Ticktacksprache nicht. Um ehrlich zu sein, sie nervt. Also drehe ich mich seitwärts und steuere direkt auf die Klippe zu. Das weiß ich nur noch nicht. F

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