Niederlegen, Licht aus. Dunkel, zu müde, Gedanken. Die Stinktiere um mich versammelt. Leichtes wegdämmern. Einschlafen. Aufwachen, Luft schnappen. Vergessen zu atmen, im Schlaf. Himmel, es ist laut und dunkel und einsam. Da vergißt Fury auch mal im Takt zu bleiben. Tiefschlaf. Gute Laune, es ist plötzlich Sommer! Meine Lobschriften wurden erhört. Die Kurve noch gekrazt. Und an dieser Stelle erzähle ich Euch eine Geschichte: Da war ein Baum, groß und grün und kräftig. Er wuchs und wuchs, nichts konnte ihn aufhalten. Er wuchs mitten in den Himmel hinein, das war seine Aufgabe. Er trug keine Früchte, denn er war ein Laubbaum, aber sein Laub, das war prächtig, jedes Jahr. Wenn es kälter wurde, warf er seine Blätterschaft zu Boden und wünschte viel Glück für die weitere Reise. Dann fühlte er sich etwas einsam. Dafür bekam er neue Bewohner: Schneeflöckchen, Eisregentropfen, Nebelgeschwader, Eichhörnchen. Auch die Vögel veränderten sich. Am liebsten hatte er die schnarrenden Krähen in seinem Geäst. So vergingen viele viele Baumrindenjahre. Der Baum wurde nicht müde und stand so frei, er bekam keine einzige Menschengeschichte zu Gesicht. Er wußte nicht einmal, daß es Menschen gab. Sein Leben war bedeutend für vielerlei, aber für keinen einzigen Mensch. Mit der Zeit wurde sein Lebensatem weniger. Er wurde alt und dürr. Aber seine Statur war noch immer von hohem Antlitz, weil er in jungen Jahren so groß geworden war. Eines Tages kam ein Menschengeist vorbei. Der Mensch war alt geworden, der Geist traurig. Der Menschengeist erblickte den Baum und war erschüttert von soviel Kraft und Größe. Er sah in dem Baum seine Erlösung. Seit Jahren wanderte er die Erde auf und ab, auf leichten Füssen schwebte er über Täler und Berge, blieb in so manchem Haus und erschreckte die Lebenden. Nirgends fand er Ruhe. Zu Schlimmes war ihm angetan worden. Sein Name war Damini. Damini fand keinen Schlaf. Er suchte Nähe und Liebe, aber die Lebenden hatten Angst vor Damini, er war ja ein Menschengeist. Viele Fragen plagten sein unruhiges Gemüt, niemand gab ihm Antworten. So irrte er viele Jahrzehnte umher und stand schließlich vor diesem großen, mächtigen Laubbaum. Damini begann den Baum raufzuklettern. Bei jeden Ast blieb er sitzen und weinte eine große Geistträne. Der Baum fing die Träne auf und heftete sie sorgfältig auf eines seiner Blätter. Der Baum opfterte seine letzten Lebenskräfte, um dem traurigen Geist beizustehen. Als Damini schließlich an der Spitze, beim letzten Wipfel angelangt war, hatte er keine einzige Träne mehr übrig. Er setzte sich auf den letzten Ast und ließ sich im leichten Wind hin und her schaukeln bis er eingeschlafen war. Fury.

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