Ekhard Burkherd sitzt in seinem kleinen Zimmer und sieht sich traurig um. Es ist ein bißchen kalt, aber da es endlich zu tauen begonnen hat, will er den Ofen nicht anwerfen, um das Spiel am eigenen Leib zu erfahren. Seine rote Katze liegt auf seinem Arm, er bewegt sich nicht, er will sie nicht wecken, sie ist alt und schwach. Er hat Angst sie zu verlieren. Wenn sie geht, denkt er, bin ich wieder allein. Er hebt seinen Kopf noch ein wenig und kann nun etwas auf die Straße gucken. „Ich erinnere mich an einen Sommer, da war alles gut für kurz. Da bin ich mit dir über Seen und Flüsse geschwebt, als gäbe es kein Morgen. Wir waren eine Einheit und alle haben mir gesagt, gib acht, paß auf dein Herz auf, du wirst es verlieren. Ich wollte nicht auf euch hören, ich habe dir geglaubt. Ich glaubte an uns. Der Sommer war kurz, wir haben die Momente in kleinen Gläsern mit Verschluß aufbewahrt. Staunend standen wir vor dem Regal, das wir selbst gebaut hatten und schauten uns von Außen zu, wie wir mit unseren kleinen Leben spielten, so glücklich, so kurz. Ich konnte nicht bleiben. Wäre ich geblieben, wäre ich übrig geblieben. Daß du in Wahrheit das alles nicht bist und etwas feig dazu. Das habe ich erst später erkannt. Ich bin nicht übirg geblieben, aber auch sonst nicht viel, das mich nun erbauen könnte. Ich würde alles geben, um noch einmal ein Glas anzusehen, mit dir, gemeinsam. Ich würde mein Leben geben dafür. Ich würde dann wissen, was von uns blieb. So sitze ich und warte, denn du bist mir ziemlich weit weggerannt, ohne viel zu sagen, aber das ist deine Art… Jetzt bist du doch aufgewacht. Ich muß wohl wieder laut gedacht haben…“ Die kleine rote Katze hebt müde den Kopf und blickt nun auch auf die Straße hinunter. Wenn sie geht, gehe ich auch. M

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