Ich habe das Datum von gestern verpaßt. 12.12.2012. Was ist gestern passiert. Ich bin aufgewacht und habe mir gedacht, etwas ist anders. Die Luft war sehr kühl, das eine Stinktier sonderbar ruhig, das andere noch ganz verschlafen unter der Bettdecke, schaute es mich an, bist du endlich aufgewacht. Ich bin noch müde. So müde. Ich könnte hundert Jahre schlafen. Ich weiß. Ich wäre am liebsten ein kleines Dornröschen, einsam, erfroren im eigenen Schlaf. Diese Welt um mich macht mir das Leben schwermütig, mein Leben trinkt mein Leben weg. Ich versuche das zu ändern. Mein Ziel ist endlich erkannt: ein Leben, das von selber fließt. Mit kleinen Ankerstellen und einer kleinen doppelseitigen Erdnussschale, die die Donau entlangschippert, ins weite große Meer, ein Furyfluß. Mit olivgrünen Smaragden am Rand und türkisfarbenen kleinen Fischen. Meeresabgründe ohne Angst. Ein Boot ohne Panik für mich alleine. Ein Boot mit Rückwertsgang, falls etwas verpaßt wurde. Ein Boot ohne Motor, damit ich ja nichts verpasse. Ein lauer Wind für alle Richtungen meiner Wünsche. In Wahrheit liebe ich die Langsamkeit, das Trödeln, das Zeitvergeuden, die Zeitvergessen. Ich drehe mich noch einmal in die Decke ein und das Stinktier findet das nur super. Er kann die Kälte nicht ausstehen trotz warmen Pelz. Ich liege da und male mir meine Zukunft aus. Es wird wieder wärmer werden und ich werde Detailverliebt sein. Was für ein schönes Wort. Ich hauche es mit Zimmerkältenebel in den Raum an die Wand. Ich habe noch eine Woche Zeit, um all das zu werden, was ich sein möchte. Maphro Daphne hat einmal zu mir gesagt, dafür musst du nicht mal aus dem Bett kriechen. Der Glücksdrache und der Elefant gucken mich vom Kästchen aus an. Sie sitzen dort und lesen meine Gedanken wie Zeitung. Zum Bäume ausreißen schon. Aber in Wahrheit hab ich einen ganzen Wald in mir, geb ich zu bedenken. Also bleib ich liegen, weil mein Geist will heute in einem Märchenurwald spazieren gehen. M

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