Heute habe ich auf die U-Bahn gewartet, die Anzeige hat mir 1 Minute angezeigt, die 1 Minute blieb geschrieben und 4 vergingen. Wir hatten 3 Minuten, die nirgends hingehörten, weil sie nicht exestierten. Ich lege meinen Kopf schief und schaue hinter meine Wand. Bis Donnerstag weißt du die Antwort. Steht da. Der Freund, in dessen Anwesenheit ich immer viel zu schnell betrunken werde, würde sagen, musst du das denn wissen. Ich würde sagen, keine Ahnung, es steht da. Und da steht noch mehr. Was ich will. Was ich bin. Wohin mich das tägliche Weitermachen schippert. Die Weise Phase. Wießt ihr, bald ist ein Jahr um. Ich habe mir einen Traum erfüllt. Hab mir einiges vom Herzen geschrieben. Ich würde sagen, ich bin nun fähig, vorher abzubiegen, ohne gröbere Verletzungen. Ich würde sagen, das führt heute hier sogar dazu, daß ich nichts fühle. Weil es nichts zu fühlen gibt. Ich habe schon viel früher gelitten, lange bevor das hier und jetzt kam. Und deswegen wirst du die Antwort bis Donnerstag wissen. Ich schlage meine Augen nieder und sehe meine Freunde. Mein Leben. Mein Leben, das sich bereits von selber lenkt. Warum nur suche ich immer wieder jeden Tag nach einem, der mich fährt. Paperlapap. Der Glücksdrache nimmt mich auf seinen Rücken und wir schauen uns die Welt von ganz weit oben an. Wenn ich nicht täglich weitermachen würde, würde definitiv etwas sehr Großes fehlen. Zufrieden landen wir im Bett. Ich erzähle meinen Furyfiguren folgende Geschichte: „Ein Mädchen hatte eines Tages den Wunsch eine alte Freundin wieder zu treffen, ohne daß diese sie erkennen würde. Sie schlüpfte in keine Verkleidung, sondern schuf sich eine neue Person. Sie tauchte schüchtern und verlegen in ihrer Gegenwart auf. Suchte ihre Nähe und ihren Rat, aber blockte ab und verstummte, schaute ihr nie in die Augen und widersprach bei jeder Gelegenheit. Trotzdem kam sie immer wieder und ihre neue Figur wuchs ihr ans Herz. Die alte Freundin deutete nur eine äußerliche Ähnlichkeit, die zwar verblüffte, aber das Wesen formte das Mädchen zu einem völlig neuen Menschen. Die alte Freundin war teilweise genervt und erbost über das verbohrte Verhalten. Das Mädchen liebte es, die alte Freundin zu prüfen, ihr Aufgaben zu stellen, hellwach auf die Reaktion zu warten. Sie lernte die alte Freundin von einer ganz neuen Seite kennen. Nach fünf Jahren hasste sie die alte Freundin dermaßen, daß sie nie wieder zurückkehren konnte. Sie ging ans andere Ende der Welt. Auch die alte Freundin war froh, daß die Nervensäge endlich verschwunden war. Aber insgeheim vermisste sie das Mädchen. Die verblüffende Ähnlichkeit fehlte ihr. Das Mädchen fehlte ihr. Ihr kam zu Bewußtsein, wieder einen Menschen verloren zu haben. Zumindest jede 3. Minute sollten wir ganz bei dem Gegenüber sein. Ansonsten wäre er verloren.“ Mama Uhulu schaute in die eingeschlafenen Gesichtszüge der Furyfiguren, die im Raum verstreut zufrieden schliefen. Sie losch das Licht und schlief ebenfalls ein. F

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