Meine Hand ist kalt. Sie wird bald abfrieren. Ich schaue von unten rauf und sehe 4 weiße Vögel, vielleicht sind es fünf. Hast du jemals Vögel in der Nacht fliege sehen? Ich frage mich, ist das ein Zeichen und wenn welches. Es beginnt wieder. Ich wache auf und fühle mich unbeweglich und zu einsam, um allein zu sein. Plötzlich tut sich alles auf. Da buttelt jemand das Loch auf. Ich verstehe die Welt nicht mehr, das ist ja schließlich kein Familiengrab. Hei, ich habe das für mich alleine gebucht. Oder glaubt da jemand, er müsste mich obduzieren? Aber warum – ich bin gestorben, aus freien Stücken, oder weil es irgendwann dann doch Zeit war, ich wollte nicht, aber ich konnte es mir nicht aussuchen. Meine Herren. Die machen das ziemlich aggressive da oben. Die war alleine und hat niemanden, der nachkommt. Verstehst du, Nachkomme. Harr Harr. Die sind wohl irgendwo dagegen, denk ich, was ist denn daran komisch. Würde ich jetzt können, würde ich mich sowas von aufregen, wie nie vorher in meinem Leben. Da weiß man dann auch nicht wirklich, was man verpaßt hat. Denn würde ich mich so aufgeregt haben, bereits im Leben, dann müsste ich das nun übertreffen, könnte aber nicht, weil ich ja nur da liege. Verpassen tut man also sogar, wenn man eigentlich nicht will. Ich kann solche Einweggedanken, seit ich hier liege, nicht mehr abstellen. Vielleicht sieht so das Ende aus, ich warte jeden Tag, daß endlich etwas wirklich aufregendes passiert hier unten oder ich endlich wegkomme von hier. Jetzt kriege ich wirklich Angst. Um Himmels Willen, was wenn die Buddler Gott oder sowas sind und mich wegholen und was, wenn das dann noch schlimmer wird, als hier vergraben und fade zu liegen! Jetzt gucken die auch noch runter. Also, das geht nun so. Sie muß da raus, und in diesen Größeren da rein und er soll daneben. Eine wirklich doofe Idee, sagt der andere, das hätte es früher nicht gegeben. Oh Jesus, die öffnen gerade meinen heiligen Deckel und heben mich! Wie lang hab ich keinen Mensch mehr gefühlt! Das ist gar nicht so toll, das ist voll eckelig! Ich fühle mich in meiner Ruhe gestört! Ich habe mein ganzes Leben lang gelebt, um irgendwann Ruhe zu haben und jetzt begrapscht mich ein alter Sack von Friedhofswärter, im nachhinein! Ok Leute, Halt, jetzt reichts. Mr Harr und Mr Harr legen mich direkt neben einen Wildfremden. Der guckt mich jetzt ganz verduzt an. Schließlich sieht der noch gut aus, angezogen und ziemlich frisch, ich hingegen, ich habe bereits zu verwesen begonnen. Meine Kleider sind futsch. So nackt hab ich mich noch nie gefühlt. Jetzt ist sie nicht mehr allein, harr harr. Ich versteh die Welt nicht mehr. Deckel zu und rein ins Grab und Erde drauf. Der andere Leichen Mann hat irgendwie noch Probleme mit dem Klima des Zustands. Der beginnt leicht zu nervöseln. Wem auch immer das da einfiel: eine Frechheit! Jetzt muß ich einen Toten beruhigen! Ich beginne mit den Worten: manchmal fliegen da oben weiße Vögel, mitten in der Nacht. Hast du das jemals erlebt? Er sagt, nein, aber ich habe andere Wunderlichkeiten parat. Welche? Erzähl. Zum Beispiel habe ich einmal einen Bären kopfüber in ein Honigfaß plumpsen sehen. Hihi, mit dem Typ könnte es unterhaltsam werden, bis ich ganz weg bin und wer weiß, vielleicht gehen wir ja dann schon zu zweit zur nächsten Station, falls es die gibt. Das mit den Würmern stimmt übrigens nicht. Alle doof, die sich das Verbrennen antun. Hab ich mir schon gedacht, und er dreht sich zu mir. Weil das mit der Kälte stimmt. Mitz

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