Heute ist es noch nicht zu spät über Singlegräber zu sprechen. Ich sitze den x-ten Abend zu Hause und genieße es. So alleine. Ich mache mir kurz vor der Badewanne noch ein Ziegenmilchjoghurtmüsli mit klebrigen Honig. Abwechselnd Honig, dann wieder Zwetschkenmarmelade. Der Honig kitzelt am Gaumen und zerrinnt nicht. Viel Honig, damit ich im neuen engen roten Kleid noch mehr nach Speckpresswurst aussehe. Ich muß für niemanden schön sein, ich muß nur sexy sein und wer liebt keine klugen coolen Speckpresswürste! Die Badewanne ist fast voll, aber wenn sie zu heiß ist, dann mach ich sie eben kalt, niemand da, der mich aufhält und aufhellt! Die Anderen hatte keine Zeit für noch ein bißchen Musik vielleicht. Ich habe eine lange Liste und kann alles erledigen wann und wie ich will. Ich kann um 4 Uhr morgens aufstehen und anfangen oder um 12 Uhr Mitternacht und laut sein oder leise. Der beste Freund fragt regelmäßig nach, wie läufts mit dem und dem und mit dieser Sache und jener und ich sage, gut, alles super, und er sagt, das stimmt ja gar nicht, obwohl du hörst dich geerdet an, sagt er das nicht, hat er recht, dann bin ich zu weit im Maryversum. Irgendwo da draußen. Die Phase, in der ich in der Nacht aufwache und vor Einsamkeit erschricke, ist auch gerade wieder überstanden. Und die Angst, alleine in einem Grab zu sterben, wurde mir gerade genommen. Es gibt Singlegräber. Obwohl, ich lege mich lieber in eine Urne, mitten in dem Ort, in dem ich aufwuchs, auch wenn mich die Welt noch weit an alle Ecken entführt, will ich dort ruhen. Allein, in einer Urne. Und bitte, schreibt mir das dann auch in großen schönen Lettern darauf : Alleine! Mein erstes Wort, mein letztes und feiert bitte ein ordentliches Fest, so lange ihr noch könnt. Die Stinktiere wollen rein, Fury.

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