Wenn der Elsas zu mir sagt, daß ich mich immer aufführe wie ein Kind ( weil ich ihn Schmiere stehen schicke, während wir E.M. in einem der absonderlichsten Häuser besuche, die ich kenne ) – dann finde ich, habe ich schon einen Teil meiner Aufgaben für dieses Leben erfüllt, weil er ist eigentlich noch nicht mal ein Teenager. Ich sitze jetzt da, trinke Bier und bin bestens gelaunt. Im Wohnzimmer rauscht Fußball, ich kann von der Weite gucken, wenn ich mag. Wir sind heute an dieser eigenartig langen Schneise vorbeigefahre. Ich hab vorgeschlagen, zu wenden, fahren wir doch da mal lang. Keiner von uns hat jemals hinterfragt, wohin diese Schneise führt. Der Wagen hat die Wiese dann fast nicht gepackt, aber wir waren zu faul, um auszusteigen. Elsas hat geflucht, jetzt wird er es nicht zum Fußball schaffen. Der richtige Bruder hat beruhigt, der Kapitän hat gemeint, Fußball kommt jeden Samstag, aber hier waren wir noch nie. Mir kam vor, als würden wir mindestens eine Stunde durch das Querfreifeld rumpeln. Mir ist dann eingefallen, daß mich der andere richtige Bruder als Kind einmal hat nicht mitangeln lassen und als ich dann durch den Wald heimlief, war das dann tragödienreich ein weißes Rehlein, daß mich so erschreckt hat, in sekundenschnelle waren meine Tränen weg. Ich glaube bis heute, daß das weiße Rehlein eigentlich ein Engel war, ein Mitengel, zur Beruhigung. ( Und der zweite richtige Bruder fehlt heute voll. ) Aber sowas versteht dann doch fast keiner, aber immerhin jeder hier im Wagen. Endlich ist die Schneise aus und alles was wir rausgefunden haben, das Ding hat einfach direkt zur nächsten Bundesstraße geführt. Und jetzt beginnt der lustige Teil des Abends. Ich beginne, meinen F-Sprachfehler auszuleben und bringe damit alle in Stimmung. Wir biegen uns vor Lachen und kriechen irgendwann Richtung Tischchen. Ich gehe noch eine Runde zum Schiefgesicht und lasse mir unabsichtlich in die Hand beißen. An dieser Stelle möchte ich offiziell an El Pepo Magnistico Grande Unicata erinnern. Kurzes Gedenken, ab in die Badewanne. Ich bin froh, daß es dir gut geht E.M., schade, daß du heute nicht bei uns bist. Und fühle mich da wo ich bin, zu Hause. Das klappt auch woanders aber hier weiß ich das dann immer. Fury.

Advertisements