Die Zettelkrieger haben zur Zeit Hochsaison. Ist man Zettelkrieger, kommt man nicht zur Ruhe. Man befindet sich im permanten Zettelkrieg. Von früh bis spät. So eine Zettelwurschtschlacht nimmt keine Ende, wie schon mehrmals festgestellt, hat nur selten etwas ein Ende und ein Krieg eher gar nicht. Der Zettelkrieger ist hinterhältig und sehr klug. Für seine Botschaften benötigt er nicht mal Zettel, er kann das Ganze auch an eine Hausmauer schmieren oder in eine Parkbank ritzen. Oder in ein Lied packen und das pfeifend in den Kopf des anderen brennen. Jedenfalls aber befindet er sich auf einer Mission. Hinterhältig ist er nicht im gemeinen Sinn, sondern eigentlich im liebevollen. Er ist sehr bemüht, die Menschlichkeit zu benutzen, um etwas zu bewegen. Er glaubt an die Gutgläubigkeit und versteckte Hoffnung der Menschheit, doch noch Offenheit zu besitzen. Irgendwo im untersten Magenkanal. Ein Zettelkrieger muß andere Zettelkrieger finden, um richtig etwas in Bewegung zu setzen. Er muß sich verbünden, diese um sich scharen. Der Zettelkrieger muß verstehen lernen, daß hinter manchen Zettel aber das böse lauert und er doch trotz Güte vorsichtig sein muß. Für den Zettelkrieger ist es demnach am Besten, die neue Ebene zu erkennen und zu akzeptieren, auch wenn das anfangs ungewöhnlich erscheint. Denn die neue Ebene bedeutet, hinter die Wand gucken. Und da eröffnet sich ein wahres Zettelplanetchen. Ein Zettelparadies. Mit der guten  Zettelkriegerarmee, die auf der guten Seite der Wand stehen. Und dann können die fetten Stifte, dünnen Kugelschreiber, giftigen Bleistiftmienen kommen. Wir sind das weiße Blatt und haben einen großen Vorrat. Mitz

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