Was mir bei langen Reisen auffällt: meine Mädchenträume nehmen zu. Und die bittere Wahrheit tröffelt zwar glatt an mir ab, als wäre ich aus Stahl. Aber proportional dazu nehmen die Mädchenträume zu. Mädchentraum: ich komme in eine fremde Stadt. Mit großen, weiten Augen überblicke ich den ganzen Mist hoher und kleiner Geheimraums-Türme. Irgendwo kann ich ich dann einklinken und finde einen verwandten Geist, der mit mir freudig bis zum Hell werden meine Türme umschmeißt. Mädchentraum: zu Hause wartet ein verwandter Geist und hält sich selber und seine Einsamkeit im Zaum. Bin froh und glücklich, wenn dieser Verwandte dann ab und zu die Zügel los läßt und die wenigen Meter in meine Richtung geht. Weil in diesem Mädchentraum halte auch ich mich im Zaum. Mädchentraum: diese Wände der Unverletzbarkeit brech ich selber auf. Aber was wenn der Gegenüber nicht mit macht. Ein Leben mit erträumten Erinnerungen. Dieser Traum ist schnell vorbei. Mädchentraum: ich nehme mir den Traum von vorhin und mache eine kleine Schlaufe drum. Diese wickle ich um meine Hand und gehe damit spazieren. Ein verwandter Geist kommt vorbei und läßt den Traum platzen. Weil wenn alles immer nur Traum ist, kann ja nie was wahr werden, sagt der Mutige. Mädchentraum: ich bau mir und dir ein Haus und wir gehen manchmal zu weit aber meistens sehr kurz ein und aus. Und selten Hand in Hand. Aber das macht nix. Wir sind nämlich seelenverwandt. Mädchentraum: eine lebenslange Suche und der Versuch alles zu erreichen. Ruhm, Ruin, Geld und Erfolg. Pah! Eine Reise zum schwarzen Meer, eine Reise durch Tibet, eine Reise mit dem Orientexpress, einen Tisch zum Malen, einen Tisch zum Schreiben. Eine große Luftblase für meinen Traum die Musik. Mädchentraum: ein traumloser Zustand der Zufriedenheit. Ein unerfüllbarer Traum. Mädchentraum: die innere Öffnung und Bereitschaft das Leben als wundersame Besonderheit zu begreifen. Mit ganz viel Kuriosität. Das ist ein Traum! Der Mädchentraum heute Nacht: die Freunde alle in ein Bett gequetscht. Geborgenheit. Aber Mitzallein. Aufregung. Weil ein zahnloser alter Dattl mit einer Zigarrette gegen eine zu tiefhängende Fensterscheibe knallt, auf dem Weg zum Klo. Bekleidung: nur ein Fetzchen. Fury.

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