Durch den Regen gefahren. Vom Superflitzrad hat sich ein Pedal gelöst. Außerdem kann man mühelos Teile verbiegen. Was gut ist, wenn es umfliegt und danach was streift, aber andererseits auch irgendwie beunruhigend. Das Pedal hab ich auch wieder mühelos raufstopfen können. Es ist also ein Rad der Mitz ohne Werkzeug! Ein Sinnbild meines Lebens: ich stopfe nur, klebe, improvisiere, ein Hoch auf das Klebeband! Möglichst mit wenig Zeit und immer ohne Werkzeug. Ich habe das von meiner Großmutter abgeschaut. Sie war eine Meisterin in dieser Disziplin. Und weil es so geschüttet hat und ich warmen Grappa in mir schwimmend wußte, habe ich mich in die nasse Wiese meines Gartens gelegt. Und bin abgetaucht in die weiten Tiefen Schlammtäler meines Hauses. Die Steinchen haben mir die Haut aufgeritzt. Damit sich der Schlamm mit meinem Blut verbindet. Die Grashalme haben mir das Pflaster gespielt. Ich schlug Wellen und mußte fast nie auftauchen, um Luft zu holen. Weil warum, ich kann eben lange den Atem anhalten. Ich habe da ziemlich gefuhrwerkt. Aber heute ist alles wieder gut. Die Sonne hat alles wieder weg getrocknet. Und ich bin als verkatertes Arbeitstier aufgewacht. Und habe deine Bilder neben mir. Ich habe sie versucht zu begreifen. Nur die Bilder. Und eines davon war kein Trost und kein Rat. Das war die Wahrheit. Die ich versuche zu facen. Eigentlich schon seit langer langer Zeit. Die Wahrheit habe ich mir auch selber zuzuschreiben. Jedenfalls, Wahrheit ist gleich entfernen mal x – quasi eine Gleichung. Zumindest vom Ausgangspunkt. Das  meiste im Leben spendet Trost und Rat. Der Rat spendet immer Trost. Und der Trost ist oft ein Rat. Ein Trost oder ein Rat währt ewig. Unbegrenzt benutzbar. Nie zu spät, nie zu früh. Ich such dir deinen Trost und Rat. Dafür muß ich mitunter weit gehen. M.

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