Ich bin gestern mit einer richtigen Zwiederwurze am Kopf aufgewacht. Ist mir schon lange nicht mehr passiert und das war wohl der Gipfel der letzten Tage. Den ich nicht vorhatte zu erklimmen. Weil, da erkennt der Erzeuger die eigene Stimme nicht und der beste Freund glaubt zu wissen, so zornig hat sich die Mitzi noch nie angehört. Beste Freunde und Erzeuger wissen es in der Regel sofort Bescheid, haben immer Recht und auf diese sollte gehört werden. Lustig, daß eure Meinungen in einer anderen Sache daquer gehen. Die Zwiederwurze jedenfalls paßt in den vegetarischen Menüplan und wurde mit grantinierten Kartoffeln und Übellaunekäs ins Rohr geschoben und dann zu Mittag in der Sonne verspeißt. Irgendetwas ist passiert in den letzten Tagen. Die Fury ist hypersensible und hört alles ganz genau. Gleichzeitig versteht sie genau gar nichts, wenn sie mit Leuten telefoniert. Hat die Welt da draußen das Sprechen verlernt? Oder sind plötzlich alle eure Handymikrophone im Universum?  Ich glaube mich erinnern zu können, daß ich eine Vermutung habe: die Mitzi löst sich langsam auf und entschwebt nur mehr Geist dieser Irdischkeit. Ich versuche mich allerdings gerade wieder zurückzukämpfen. Und das schreibe ich nun für alle, die sich völlig unberechtigt sorgen. Ich bin heute aufgewacht und war der Sonne strahlend gleich. Wenn nur alles immer so einfach wäre. Wie in dem Traum, den ich hatte, mit einem richtigen Fürsten verknallt unterwegs. Beschütztes Vertrauen. Fürsten aus der Vergangenheit.  Da kann eine Mitzi nun lernen, an wem sie angeblich nicht mehr hängt! Oder so einfach, wie die Sonne aufgeht und wieder unter. Selbstverständlichkeiten der Weltgeschichte. Ein Teil davon bin ich. Ich muß zugeben, die Mitzi täte gut daran, einen einsamen Berg aufzusuchen, anstatt anderer Leben anzukratzen. Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich das endlich tue, steht das immer wieder hier. Eine Erkenntnis zum Schluß: würden wir uns von Häusern so verabschieden, wie von Menschen, würden wir uns Zeit nehmen. Sich an sie schmiegen, sie spüren und angreifen. Zum Beispiel ein Stück vom Ohr, würden wir sonst nie mehr zum Fassen kriegen, würden wir uns so verabschieden. Oder ganze Nächte miteinander verbringen und das Morgenlicht noch dazu. Oder die Hand nicht mehr loslassen, oder die letzten Blicke fotographieren. Würden wir uns so verabschieden, würden wir einer Gewissheit folgen, die das Leben selten bietet. Dann würden wir widersprechen und dagegegn handeln und menschenmögliches in Bewegung setzen, anstatt uns einfach zu verabschieden. La Mitzü.

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