In den Himmel geguckt und eine große Öffnung gesehen. Einen Wunsch dorthin geschickt und Gedanken wie: gestern im Weinberg Lieder geträllert und Menschen beglückt. Was war ich sonst noch. Putzmann, Postfrau, Kellnerin im Treffpunkt meiner allerliebsten Freaks, Museumsaufsicht – gähn -, für einen Tag Betrügerin. Was wäre ich gerne.  Weltenreiserin, Barbesitzerin, Köchin in meiner Bar, Bäurin, Fußballerin wie unser Fußballer des Jahres, Rockstern, Kupferdiebin, Mutter, Abenteurerin, Yogaspezialistin, Künstlerin, Cafesitzerin, Bergsteigerin, Freizeitlerin, Geisteswissenschaftsstudentin, Professorin. Was möchte ich auf keinen Fall sein: Millionärin, Kassiererin, Polizist, Mörder, beim Militär, Zahnarzt, Flüchtling. Was wäre ich gern insgeheim: noch cooler, eine Tussi, ein Hibbiemädchen, selbstsicher. Was bin ich: Kurzzeitgartenbesitzerin, Musikerin, Schreiberliene, Schaffende. Ich gehe zum Kühlschrank und hol mir 2 Oliven. Ich schaue mich um und mir graut vorm Umzug. Ich weiß, ich besitze viel. Würde ich mir die Momente meines Lebens ansehen, wüßte ich den Wert meiner Erlebungen zu schätzen. Langsam gewöhne ich mich an mich und an das, was ich mir schuf. Dem Glück der Zufriedenen ein Stückchen näher. Heute Nacht flüchtete ich aus meinem Bett. Weil mir der Zeitmangel für Schlaf schon alle Sinne raubt. Die eine Hälfte meines Körpers knickte ein. Die andere kroch ins Bett zurück. Nun ist alles wieder gut. Deswegen habe ich beschlossen, mehr Genuss für die Momente. Meine Stinktiere finden das super. Die lieben es, wenn ich mit ihnen im Garten rumgammle, wobei ich mich gleichzeitig mit Wildfremden über ihre Wohnungsangebote unterhalte. Das eine Stinktier kommt mir dabei so nahe, als würde es flüstern, mach dir keine Sorgen. Mach ich nicht, aber du hast leicht reden. Denn du weißt noch nicht, daß die Uhr den Garten bereits verlassen hat. Die Mitz.

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