Ich wache auf und blicke auf die spiegelglatte Fläche, die am Morgen fast nie Wellen schlägt. Meine einzige Richtungsbewegung ist nach vor und wieder zurück, was dann wieder nach vorne wäre. Nie seitlich, nie rückwärts, nie nach oben oder nach unten, außer meine Oberfläche würde mich nach unten reißen. Meine Anlegepunkte sind zwei kleine Spelunken, die sich genau gegenüber liegen. Die Spelunken sind eine Sammelstelle für alle, die ihr Lebensglück im täglichen Pegel finden, sie stammen aus den umliegenden Dörfern. Diese bekannten Gesichter, die mir immer Worte zuwerfen, die ich nie verstehe, sind nur meine Gäste, wenn sie einen Ortswechsel brauchen. Im Grunde sind mir meine Gäste nervig, sie stören die Ruhe, die ich mir ausgesucht habe. Ich habe gelernt, die Gäste auszublenden und ganz bei mir zu sein. Ich verstehe mein Handwerk und mache meine Tagwerk perfekt. Ich blende die Gäste aus, aber nicht alles rundherum. Ich beobachte die Geier, die Reier und die Krähen mit Vorsicht. Ich spüre die Welt untergehen, sollte dem Schwan seine Schwänin sterben. Ich weiß, wenn die Farbe unter mir sich in ein Grau verwandelt, zieht Sturm auf. Ist es trübe und braun, kommt mit Sicherheit eine Klärungsphase. Ich atme die Frühlingsluft ein und stibitze mir so manche Knospe beim vorbeifahren. Früher vielen mir gleichgerichtete Satellitenschüssel, Stofftaschenträger, Kühltaschenhalter und die Wolken nach einem Feuerwerk auf. Ich kann mich an Menschen erinnern, die in einem Fenster hingen, ohne zu bemerken, daß sie nach außen schauten. Ich weiß, daß ich mich an Orte der Erinnerung begab, in meine eigene Furygeschichte und etwas unglücklich aber bereinigter zu Hause ankam. Ich habe das alles hinter mir gelassen, weil es an Unwichtigkeit verlor und ich die Stunden mit Leben füllen wollte. Nun bin ich hier, bis ans Ende meiner Tage und trage die schönsten Stunden und Augenblicke mit Euch mit ausgeprägter Ruhe und Liebe. Ich frage Euch, wer bin ich. Die Mitz.

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